Mittwoch, 02. Dezember 2009
18.05 - 19.05 Uhr | hr2 Kultur

Gesprächspartner:

Uwe Jean Heuser, Leiter der Wirtschaftsredaktion DIE ZEIT
Hermann Otto Solms, Finanzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion
Gérard Bökenkamp, Politologe, Friedrich-Naumann-Stiftung Potsdam
Prof. Werner Plumpe, Wirtschafts-und Sozialhistoriker, Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt a. M.
Prof. Clemens Fuest, Wirtschaftswissenschaftler, Universität Oxford, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesfinanzministerium

RadioARD.de

GESAMMELTE REZENSIONEN 2005-2008

Schwerpunkte sind die Perspektiven des Edelmetall-, Devisen- und Rohstoffmarktes und die sogenannten aufstrebenden Märkte in Ostasien, die deutsche Wirtschaftsgeschichte, der Umbruch in Großbritannien in der Thatcher-Ära, die Wirtschaftsgeschichte der USA und Bücher zur Wirtschafts- und Geldtheorie. Zur Buchbeschreibung

Von Gérard Bökenkamp

Die Industrialisierung ist wohl das bedeutsamste wirtschafts- und sozialhistorische Ereignis der Menschheitsgeschichte. Ohne Industrialisierung würden heute nicht über sechs Milliarden Menschen auf der Welt leben, ohne Industrialisierung wären wir immer noch abhängig vom Zyklus der Jahreszeiten und von den Schwankungen des Klimas. Die meisten Menschen würden immer noch auf dem Land leben und nicht in den Städten. Ein Großteil unseres Lebens würde sich um die tägliche Kalorienzahl drehen. Die Zahl der Güter, die wir darüberhinaus zu unserem Wohlergehen erwerben könnten, wäre sehr begrenzt. Die Industrialisierung hat das Leben der Menschen – wenigstens in den Industriestaaten, aber auch in den Entwicklungsländern – so radikal verändert, wie zuvor wohl nur die neolithische Revolution, als aus Jägern und Sammlern Bauern wurden.

Die Industrialisierung trat ihren Siegeszug im ausgehenden 18. Jahrhundert von  Großbritannien aus an. Die Frage, die sich stellt, lautet: Warum von dort und warum zu diesem Zeitpunkt? Weiter lesen

Die Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit hat den Beitrag “Ökonomische Gesetze: Der Markt ist unbezwingbar” zur Wahl für den Autor der Freiheit des Monats April gestellt. Die Wahl zum “Autor der Freiheit” des Monats April freut mich persönlich sehr.

Mein Dank gilt auch dem ef-magazin, in dessen Internetausgabe meine Beiträge wöchentlich veröffentlicht werden.

Gérard Bökenkamp

Selbst nach der Apokalypse gäbe es Angebot und Nachfrage

Wenn man derzeit den Fernseher einstellt oder die Zeitung aufschlägt, ließt man Artikel und sieht  in Reportagen, Nachrichten und Talkshows Debatten, die einen surrealen Charakter haben. Es wird darüber diskutiert, wie viel Markt man sich angesichts der Finanzkrise leisten könne. Dies zeigt, dass die werten Diskutanten nicht verstehen worüber sie eigentlich reden, wenn sie vom Markt sprechen. Weiter lesen

Von Gérard Bökenkamp

In den letzten 200 Jahren hat sich die Weltbevölkerung ausgehend von Europa rasant entwickelt. Das Bevölkerungswachstum in dieser Zeit war im Vergleich zu allen anderen Epochen der Menschheitsgeschichte zuvor ohne Beispiel. Das Erstaunliche ist nicht, dass es auf der Welt Armut und Hunger gibt. Das Erstaunliche ist, dass  Armut und Hunger sich so sehr in Grenzen hielten, dass ein so rasantes demographisches Wachstum bei steigendem Lebensstandard möglich war. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Europa noch furchtbare Hungersnöte, am Ende des Jahrhunderts gehörten sie trotz der Bevölkerunsvermehrung der Vergangenheit an. Kaum ein anderer Tatbestand belegt die Wohlstands-Dynamik des Industriekapitalismus und der Globalisierung der Märkte so anschaulich. Weiter lesen

Von Gérard Bökenkamp

Der Steuerwiderstand in Deutschland war schichtenübergreifend. Bauern, Adlige und städtisches Bürgertum zeigten über ein ganzes Jahrhundert hinweg eine außergewöhnliche Beharrlichkeit und dabei einen erstaunlichen Grad von öffentlichen Ungehorsam.Hans-Peter Ullmann schreibt:„Der Aufstieg des Steuerstaates wurde vom Widerstand und  Protest gegen die Besteuerung begleitet. Denn die Besteuerten waren nicht nur Objekt der staatlichen Steuergewalt, sondern wehrten sich gegen die zwangsweise, ohne direkte Gegenleistung erhobenen Abgaben, die wachsende Steuerlast und den schärferen Zugriff des Fiskus. Zwei Abwehrreaktionen überwogen, sieht man von der schwer fassbaren Steuervermeidung ab: Steuerprotest und Steuerhinterziehung.  Beide durchzogen das ‘lange 19. Jahrhundert’.”

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Von Gérard Bökenkamp

Die Bedeutung der Konjunkturpolitik liegt nicht in ihren wirtschaftlichen Effekten, sondern in ihren Auswirkungen für die politische Psychologie. Im Grund geht es um den Eindruck für die Öffentlichkeit zum Zeitpunkt der Verabschiedung der Konjunkturprogramme und nicht um ihre späteren Wirkungen. Nach der Verabschiedung werden die Konjunkturprogramme ohnehin schnell vergessen. Was im Gedächtnis der Öffentlichkeit bleibt, ist der Eindruck von politischer Aktivität und „entschlossenem Handeln“, wenn es der Regierung gelingt, sich entsprechend zu präsentieren. Politiker stellen sich im Falle ökonomischer Krisen die Aufgabe, Stärke und Vertrauen auszustrahlen, auch dann, wenn ihre praktischen Einflussmöglichkeiten auf den Verlauf der Krise gering sind. Weiter lesen

Von Gérard Bökenkamp

Bemerkenswert ist, dass auch Keynes die Ansicht der Klassiker teilte, dass die Absenkung des Reallohns Voraussetzung für die Entstehung neuer Arbeitsplätze ist. Eine Erkenntnis die vielen gewerkschaftlich ausgerichteten Keynes-Apologeten nicht besonders gefallen dürfte. Keynes sprach sich ledigtlich gegen die Absenkung des Nominallohnes nicht gegen die Absenkung des Reallohnes aus. Der Reallohn könne durch inflationäre Tendenzen gesenkt werden. Auch der Ausweitung des Wohlfahrtsstaates hat Keynes grundsätzlich nicht das Wort geredet. Weiter lesen

Von Gérard Bökenkamp

Das Buch behandelt den Aufstieg und den Bankrott von Long Term Capital Management (LTCM). Dieser Hedge-Fonds war auf den Handel mit Anleihen spezialisiert und besaß schließlich Kapitalanlagen von weit über 100 Mrd. Dollar. Die akademische Reputation des Fonds-Managements war von einmaliger Qualität. Mit im Team waren Robert Merton und Myron Scholes, die 1997 den Nobellpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielten. Im August und September 1998 stürzte das Kartenhaus in sich zusammen. Das Bankensystem schien der US-Zentralbank so gefährdet, dass sie eine viel kritisierte Rettungsaktionsaktion für den Fonds initiierte. Weiter leiter




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