Von Gérard Bökenkamp

Die Globalisierung stellt die Wirtschaftspolitik vor ganz neue Herausforderungen. Clintons Finanzminister Robert Rubin hat seine Erinnerungen unter dem Titel „In einer unsicheren Welt“ vorgelegt. In dem Titel kommt einerseits zum Ausdruck, dass in einer Welt in dem alle Märkte und Kontinente miteinander verbunden sind, die Gefahr aus jedem Winkel der Erde kommen kann. Zum anderen kommt darin Rubins eigene Art zu denken zum Tragen. Rubin geht davon aus, dass wir nur mit Wahrscheinlichkeiten, nicht aber mit Gewissheiten rechnen können. Diese Erkenntnis prägten Rubins Arbeit an der Börse und in der Politik. Weiter lesen

Von Gérard Bökenkamp

Geisst hat die Finanzgeschichte der USA als großartige Erzählung geschrieben, jenseits aller Klischees und ideologischen Scheuklappen. Es bleibt nach der Lektüre eine Faszination für die Geschichte des amerikanischen Finanzkapitalismus, der man sich nicht entziehen kann. Das erstaunliche ist, dass trotz aller konjunkturellen Wechselfälle, Crashs und marktpolitischen Konflikte Technik und Wohlstand einen so gewaltigen Sprung gemacht haben, wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Eisenbahnen, Telegraphen, Elektrizität, Automobile, der Massenkonsum, dies alles sind Errungenschaften einer Epoche, in der sich Gier und Genialität die Hand reichten. Weiter lesen

Von Gérard Bökenkamp

In Deutschland gibt es also strukturell zwei liberale Parteien, die FDP und den Wirtschaftsflügel der Union, der immerhin ein Drittel der CDU-Mitglieder ausmacht. Inhaltlich trennt die 32 Prozent der liberalen CDU-Anhänger von den FDP-Liberalen wenig: Mit den Programmpunkten Steuerreform, Schulden- und Bürokratie-Abbau, Privatisierung, Reform der Altersvorsorge und der sozialen Sicherungssysteme verfolgen sie faktisch eine identische Agenda. Den Unterschied macht das Lebensgefühl und die Tradition. Plakativ könnte man sagen: Der Wirtschaftsflügel der Union ist FDP plus Kirche. Weiter lesen

Von Gérard Bökenkamp

Für Präsident Bill Clintons Politik wird oft der Begriff „Dritter Weg“ gewählt. Betrachtet man die Politik in seiner Präsidentschaft aber genauer, findet man mehr Parallelen zum Thatcherismus als zur europäischen Sozialdemokratie: Sozial- und Gesundheitsprogramme wurden gekürzt, die Haushaltsdefizite zurückgeführt und schließlich die Steuern gesenkt. Ein wissenschaftlicher Vergleich zwischen der Wirtschaftspolitik Thatchers und Clintons würde vermutlich zu dem Ergebnis kommen, dass die Einschnitte unter Clinton noch tiefer gingen als unter der eisernen Lady. Weiter lesen

Von Gérard Bökenkamp

In “Milton Friedman und die monetaristische Revolution in Deutschland” beschreibt Janssen wie sich das monetaristische Lehrgebäude in Deutschland durchsetzen konnte. Noch bis Ende der sechziger Jahre gab es in den großen wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften kaum etwas von und über Milton Friedman zu lesen, aber schon wenige Jahre später übernahm die Bundesbank als eine der ersten Zentralbanken die von Friedman empfohlene Geldmengenkontrolle. Die Geschwindigkeit, mit der sich der Monetarismus durchsetzte, rechtfertigt den Begriff “Revolution”. Weiter lesen

Von Gérard Bökenkamp

Finanz- und Währungskrisen in den achtziger und neunziger Jahren

Zwischen 1983 und 1997 erlebten die aufsteigenden Märkte 95 Finanz- und Währungskrisen. 21 davon waren sowohl Finanz- als auch Währungskrisen. Diese sogenannten “Doppelkrisen” sind die schlimmsten Erschütterungen für eine Volkswirtschaft. In einigen Fällen, etwa Agentinien in den 80ern und Indonesien 1997, übertrafen die Kosten 50 Prozent des BSP. Das Muster war immer ähnlich: Massive Ausweitung der Kredite, damit verbunden Fehlinvestitionen, und Verschuldung in fremden Währungen. Die plötzliche Flucht aus der nicht mehr solventen Währung verschärft die Krise und die Zentralbank ist gezwungen die Zinsen zu erhöhen, um die Währung nicht kollabieren zu lassen. Die Auslandsschulden steigen relativ und die Wirtschaft fällt durch die hohen Zinsen in eine Rezession.

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