Von Gérard Bökenkamp
In den letzten 200 Jahren hat sich die Weltbevölkerung ausgehend von Europa rasant entwickelt. Das Bevölkerungswachstum in dieser Zeit war im Vergleich zu allen anderen Epochen der Menschheitsgeschichte zuvor ohne Beispiel. Das Erstaunliche ist nicht, dass es auf der Welt Armut und Hunger gibt. Das Erstaunliche ist, dass Armut und Hunger sich so sehr in Grenzen hielten, dass ein so rasantes demographisches Wachstum bei steigendem Lebensstandard möglich war. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Europa noch furchtbare Hungersnöte, am Ende des Jahrhunderts gehörten sie trotz der Bevölkerunsvermehrung der Vergangenheit an. Kaum ein anderer Tatbestand belegt die Wohlstands-Dynamik des Industriekapitalismus und der Globalisierung der Märkte so anschaulich. Weiter lesen
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Kommentare
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Ich muss sagen ich finde die Aussagen in dem Artikel sehr weit hergeholt. Der Markt ist nichts absolutes und unbedingtes. In Stammesgesellschaften muss er nicht einmal in unserer Form existieren.
“Viele Wirtschaftspolitiker gleichen Ingenieuren, die eine Brücke bauen wollen, sich aber weigern, die Gesetze der Statik zur Kenntnis zu nehmen, weil diese zu kalt und unbequem sind.”
Das mag stimmen, allerdings beziehen sich Ingenieure auf messbare Modelle, welche durch unabhängige Experimente bestätigt wurden. In der Ökonomie ist dies ungleich schwieriger, da die kausalen Zusammenhänge ungleich komplexer sind.
“Den Gesetzen des Marktes kann man sowenig entrinnen wie den Gesetzen der Schwerkraft.”
Warum nicht? Wenn ich in die Berge ziehe und mein eigenes Essen anbaue und mit niemandem handle entziehe ich mich dem Markt. Im idealen Sozialismus entziehe ich mich dem Markt. In einer Familie in der Eltern für ihre Kinder sorgen entziehen sie sich dem Markt. Ihn deshalb mit dem Gravitationsgesetz der Physik zu vergleichen halte ich absurd. Der Markt als solches ist ein Konstrukt des menschlichen Geistes und unterliegt somit den Gesetzen des selbigen und nicht etwa höheren Einflüssen.